Fest für alle Kommunalpolitiker

Beim Neujahrsempfang in Niederzissen herrscht über alle Grenzen Einigkeit

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat am Sonntag Niederzissen besucht und dabei einer besonderen Gruppe von Ehrenamtlern Mut gemacht. Grund für den hohen Besuch war ein sozialdemokratischer Geburtstag.
Immerhin darf der Ortsverein Niederzissen am 15. April 2019 zum 50. anstoßen. Wie es sich für einen solchen runden Geburtstag gehört, stand der gemeinsame Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins Niederzissen, der SPD- Kreistagsfraktion und des SPD-Kreisverbandes Ahrweiler im Zeichen der Gemeinschaft, über Parteigrenzen hinaus. Die Genossen hatten aus dem gesamten Kreis Ahrweiler in die Bausenberghalle eingeladen. Unter den 160 Gästen begrüßt Ute Durwisch, die Vorsitzende des Ortsvereins der SPD in Niederzissen, nicht nur die Sozialdemokraten, sondern auch Vertreter anderer Parteien, Ortsbürgermeister aus dem Brohltal, Mitglieder sozial engagierter Vereine, lokale Koyphäen wie Pater Wolfgang Nick, die Gründungsmitglieder der Niederzissener SPD, Klemens Jeub und Helmut Mies, sowie eben als großen Ehrengast Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Selbst der Catering-Service scheint mit dem Namen „Groko“ zum Empfang der Politikerin aus der Großen Koalition mit der CDU zu passen und gibt Grund zum freudigen schmunzeln.
Malu Dreyer und SPD feiern
Dass es hier ein Fest für alle Kommunalpolitiker sein soll, unterstreicht Christoph Schmitt, stellvertretender Vorsitzender des Niederzissener SPD-Ortsvereins: „Unterschiedliche politische Meinungen gehören genauso dazu, wie nach hitzigen Diskussionen gemeinsam anzustoßen“. Mit seiner Rede erntet Schmitt breite Zustimmung, als er darauf hinweist, dass man weiter für Europa kämpfen müsse und sich manche Dinge auch nach 50 Jahren SPD-Ortsverein wiederholen: Waren vor 50 Jahren die Amerikaner die Ersten auf dem Mond, schafften es nun die Chinesen – und zeitgleich toben und tobten große Kriege auf der Welt. Und auch 1969 gab es Vorschläge zur Gebiets- und Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz. Niederzissen wurde damals übrigens Verwaltungssitz des Brohltals.

An Schmitts Loblied auf Europa knüpft Dreyer nahtlos an. Sie spricht über den Brexit, über mangelnde Meinungsfreiheit in Polen und Ungarn und darüber, dass die nächste Europawahl eine Schicksalswahl werde: „Es ist mehr als eine Bitte, dass Rheinland-Pfälzer für Europa kämpfen.“ Denn es sei eine große Gefahr, dass Nationalisten die Mehrheit in Parlamenten gewännen, sagt sie. Nach jeder ihrer Redepausen setzt der gesamte Saal zum Klatschen an – nach diesem Thema wohl besonders. Und als sie über die wichtige und harte Arbeit der vielen ehrenamtlichen Kommunalpolitiker spricht. Sie lobt den Niederzissener Ortsverein als aktiv und hebt hervor, dass es nirgendwo in Deutschland so viele Ehrenamtler gibt, wie in Rheinland-Pfalz. Die volksnahe Politikerin nimmt sich auch später noch Zeit für Fotos und Gespräche, und es bildet sich eine kleine Schlange von Menschen, die sie geduldig begrüßt.

Musik von Laura Schwarz und Toddo Heidekind machen die Feier dann auch zu einem rundum fassenden Fest für die Sinne. Die spielten etwa den Sommerhit „Bella Ciao“ oder „Die Europahymne“. Die SPD hatte sich diese Lieder gewünscht – auch, um musikalisch eine Botschaft zu transportieren.

Bild: Ministerpräsidentin Malu Dreyer (rechts) mit Ute Durwish (Vorsitzende SPD Ortsverein Niederzissen)

Malu

 

 

Videobotschaft von Malu Dreyer


Foto: ©Nicolaj Meyer
Text: ©Nicolaj Meyer

Rhein-Zeitung 21.01.2019

Veröffentlicht: Montag, 21. Januar 2019 06:00
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